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Über
das Studium (in Hannover) an sich
Das
Medizinstudium ist ein sehr verschultes Studium.
D. h. im Gegensatz zu
anderen Studienfächern brauchst Du Dir Deinen Stundenplan nicht mühsam
zusammenzusuchen, sondern bekommst klipp und klar vorgeschrieben, wann
Du wo zu erscheinen hast.
Das Studium ist eingeteilt in 4 Semester Vorklinik (u.a. mit den Kursen Anatomie, Physiologie, Biochemie) und 8 Semester Klinik
(davon 2 Semester theoretische Klinik, 4 Semester prakt. Klinik und 2 Semester
Praktisches Jahr). Die Regelstudienzeit beträgt 6¼ Jahre. Im folgenden soll es um die Vorklinik gehen:
Du
hat die Freiheit zu entscheiden, ob Du zur Vorlesung gehst oder nicht (und
Dir das Wissen durch Bücherlesen aneignest), die Kurse (zu festgelegten
Zeiten) sind jedoch Pflicht. Genau diese Freiheit macht das Studium zu
einer viel schöneren Zeit als Schule... und mal ehrlich: Klausuren
sind doch nur dazu da, um ein regelmäßiges Glücksgefühl,
sie bestanden zu haben, zu erzeugen, oder nicht?
Die
Professoren und Kursleiter in Hannover kümmern sich sehr gut
um ihre Studenten. Niemals hört man den Satz: "Das ist doch nicht
mein Problem", wenn es irgendwo Schwierigkeiten gibt. Überhaupt ist
alles recht übersichtlich – das man sich in den Gebäuden am ersten
Tag verlaufen kann, versteht sich zwar von selbst... aber alle wichtigen
Informationstafeln ("Schwarze Bretter") z. B. hängen im gleichen Gang.
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Alltag
eines Erstsemsters in der MHH
Morgens ab
8 bzw. 9 Uhr – mehr oder weniger freiwillig:
Vorlesung in Chemie! Start
um ct (cum tempore = mit Zeit = um viertel nach).
Vorbreitung auf das Praktikum! Nach 45 Minuten den Griffel weglegen und
(sofern man es nicht die letzten 45 Minuten getan hat): soziale Kontakte
pflegen. Mediziner haben alle ähnliche Probleme! Oh, viertel nach,
es geht weiter.
Dann, 10 Uhr,
Anatomievorlesung, sehr lehrreich – daher besser gut aufpassen. Es folgen
schon im 1. Semester Patientenvorstellungen, Röntgen-Anatomie etc.
Um 13 Uhr:
Noch schnell "klopfend applaudieren", dann raus aus dem Hörsaal und
ab zum Essen: in die Mensa oder die Caféte.
Nachmittags,
d.h. ab 14 Uhr: Kurs – jetzt kommt also das Pflichtprogramm! st!
(sine tempore = ohne Zeit = um Punkt). Bis 16 bzw.
18 Uhr! Entweder im Hörsaal Terminologie, in den Laboren Physik
oder Chemie, in Seminarräumen Anatomie am Lebenden oder in den Anatomiesäälen
im weißen Kittel
präparieren.
Das letztere
werden sich die meisten wohl recht eklig vorstellen, es ist aber sehr interessant
und aufschlußreich (siehe Bild und Text rechts).
Und dann: Mündliche
Kurzprüfung, an jedem Präpp-Kurstag. Oder noch schnell eine Chemieklausur?
Nur in Termi dürfen wir mal wieder eher gehen: wir hatten ja Latein...
Und jetzt die
positive Nachricht: Dieses Szenario spielt sich nur von Mo.-Do. ab, ab
Freitag hat man i. a. das, was der Tag schon sagt...
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Das "Hannoverschen
Modell" des Präpkurses unterscheidet sich von anderen Uni's: Der Kursus beginnt
parallel zur Vorlesung gleich im 1. Semester. Es präparieren gleichzeitig nur 4-5 Studenten (an einer
Leiche), die sich gemeinsam
erst den Rücken, dann den Arm, dann das Bein erarbeiten und zwar wöchtentlich
1x über 2 Semester verteilt, also: mehr Zeit zum gründlichen Lernen! (Vgl.:
Die meisten anderen Uni's haben zunächst 1-2 Semester nur Vorlesung und dann
1 "Präpp"semester, in dem jeder 2x die Woche mit 14 anderen an einem Präparat
einzeln für sich arbeitet: der erste die Hand, der nächste den Rücken, der dritte das Bein).
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Um
sich eine eigene Meinung zu bilden, muß man natürlich dabei
gewesen sein. Aber egal, was Euch andere erzählen: Wenn ihr von der
Entscheidung, Medizin zu studieren, überzeugt seid, und ihr im Krankenpflegepraktikum
(Zweifler machen das bitte vor Studienbeginn) bestärkt wurdet,
dann wird es die richtige Entscheidung sein... auch wenn die Umstellung
anfangs groß ist...
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Fotos
mit freundl. Genehmigung der mhh-unfallchirurgie.de.
Alle
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• Stand: 17.02.06 •
http://www.j-seegers.de |